kein

Die Energiewende in Deutschland

Die Energiewende in Deutschland ist am deutlichsten beim Ausstieg aus der Kernenergie und dem Ausbau der erneuerbaren Energien sichtbar. Tatsächlich gehören zur vollständigen Wende bei der Energieversorgung auch weitere Faktoren wie die Förderung von Maßnahmen zur Energieeinsparung. Unter diesen Gesichtspunkten war bereits die Ölkrise in den 1970er Jahren der erste Anstoß zum Umbau der Energieversorgung, auch wenn die Politik den langfristigen Ausstieg aus der Atomenergie erst zehn Jahre später plante. Der beschleunigte Atomausstieg wurde 2011 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan beschlossen. Neben dem Ausstieg aus dem Atomstrom gehört die Verringerung des Treibhausgases Kohlendioxid zu den zentralen Zielen der Energiewende.

Die Gefahren des Atomstroms

Beim Bau der ersten Atomkraftwerke galt der Atomstrom als sichere und zugleich saubere Energie. Dieser Darstellung widersprachen zahlreiche Bürger, die sich in der Anti-Atom-Bewegung zusammenschlossen und massiv gegen Kernkraftwerke protestierten. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl deutete bereits 1986 darauf hin, dass die Proteste gegen die Atomenergie berechtigt waren. Dennoch wurden die deutschen und so gut wie alle westeuropäischen Kernkraftwerke weiterhin betrieben, da sie wesentlich strengeren Sicherheitsbestimmungen als die havarierte Anlage in der Ukraine unterworfen waren. Auch wenn diese Feststellung grundsätzlich zutrifft, ist eine sichere Endlagerung gebrauchter Kernbrennstäbe bislang nicht gewährleistet.

Die Förderung erneuerbarer Energien

Kennzeichnend für den Ökostrom ist, dass dieser aus erneuerbaren Energieträgern hergestellt wird. Hierzu gehören in erster Linie Windräder, Sonnenkollektoren und Wasserkraftwerke. Energiepflanzen haben für die Stromerzeugung bislang keine Bedeutung, sind jedoch für den Umbau der Energieversorgung im Bereich der Mobilität wichtig. Sonne und Wind stehen kostenlos zur Verfügung, sodass die entsprechenden Anlage nach ihrer vollständigen Abschreibung günstig Strom produzieren können. Bis dahin erhalten Ökostrom-Einspeiser hohe Vergütungen, deren Finanzierung überwiegend durch die EEG-Umlage erfolgt.

Sind erneuerbare Energien uneingeschränkt umweltfreundlich?

Wind und Sonne stehen unbegrenzt zur Verfügung, sodass ihre Nutzung ohne jeden Ressourcenverbrauch erfolgt. Das gilt prinzipiell auch für Wasserkraftwerke. Die Energiegewinnung durch Wind und Wasser beruht in Deutschland auf einer langen Tradition, denn Windmühlen und Wassermühlen arbeiten bereits seit dem Mittelalter nach diesem Prinzip. Sie nutzen den Strom jedoch ausschließlich direkt an der Verbrauchsstelle, während moderne Windräder und Wasserkraftwerke ebenso wie Sonnenkollektoren den Strom für zahlreiche Verbraucher erzeugen. Gegen Windkraftanlagen regt sich mitunter Widerstand, da diese das Landschaftsbild verändern und zur Falle für Zugvögel werden können. Für den Vogelschutz ist wichtig, neue Windräder außerhalb der üblichen Vogelflugrouten zu errichten. Bei Wasserkraftwerken richtet sich die Umweltverträglichkeit danach, in welchem Umfang die Anlagen in den natürlichen Wasserlauf eingreifen.

Speicheranlagen und der Stromtransport

Für eine erfolgreiche Energiewende ist der Transport der erzeugten Strommenge erforderlich. Besonders der aus Wind produzierte Ökostrom lässt sich aus Witterungsgründen überwiegend in Norddeutschland gewinnen, während im Süden ein hoher Stromverbrauch anfällt. Da zudem Wind und Sonne nicht gleichmäßig während des gesamten Tages zur Verfügung stellen, ist die Verbesserung der Speichermöglichkeiten für Strom dringend erforderlich, damit langfristig keine konventionellen Kraftwerke für die Regelenergie mehr erforderlich sind.

Wird unterstützt von: