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Energieeffizienz

Die Energieeffizienz im Strom- und Wärmebereich muß gesteigert werden, wenn bis 2022
alle bestehenden Atomkraftwerke abgeschaltet werden sollen. Ohne zusätzliche
Energieimporte und CO2-Emissionen kommt Deutschland nur aus, wenn bundesweite
Effizienzmaßnahmen den Energieverbrauch senken.

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF)
hat ein 10-Punkte-Programm aufgestellt:

1. Den angekündigten Energieeffizienzfonds umsetzen und auf 562 Mio. EUR aufstocken: Der Energieeffizienzfonds muss Anreizprogramme finanzieren, die eine Verbreitung energieeffizienter Technologien beschleunigen (z. B. Pumpen, Motoren und sensorgesteuerte Bürobeleuchtungssysteme). Dafür werden bis 2020 öffentliche Mittel in Höhe von jährlich etwa 562 Mio. EUR benötigt. Dem gegenüber stehen gesamtwirtschaftliche Energiekosteneinsparungen von jährlich 3 Mrd. EUR. Effekt: 36,5 TWh Stromeinsparung/Programmjahr, -3,7 TWh Wärmeeinsparung/Programmjahr, 39.500 zusätzliche Jobs

2. Energiemanagement in der Wirtschaft stärken: Das produzierende Gewerbe soll künftig nur dann bei der Ökosteuer entlastet werden, wenn es Energiemanagement betreibt. Notwendig dafür: vergleichbare Standards durch ein einheitliches Kennzahlensystem für Energieeinsparungen und ein regelmäßiges Monitoring – gekoppelt an eine ambitionierte Selbstverpflichtung der Industrie zu konkreten branchenbezogenen Einsparungen. Effekt: 13,5 TWh Stromeinsparung/Programmjahr, 20,5 TWh Wärmeeinsparung/Programmjahr, 43.700 zusätzliche Jobs

3. Energielieferanten mit „Weißen Zertifikaten“ zum Stromsparen verpflichten: Die Bundesregierung muss das im Energiekonzept angekündigte Pilotvorhaben zur Einführung von Einsparverpflichtungen für die großen Energielieferanten schnell umsetzen und in die Breite tragen. Für nachgewiesene Energieeinsparungen erhalten die Unternehmen Zertifikate. Effekt: 11,3 TWh Stromeinsparung/ Programmjahr, 6,5 TWh Wärmeeinsparung/Programmjahr, 23.500 zusätzliche Jobs

4. Beratungsoffensive „Green ICT“ für Industrie, Handel, Dienstleistung: Optimierte Kühlungssysteme und intelligente Hard- und Softwarelösungen können dazu beitragen, Leerlauf- und Betriebsverluste signifikant zu senken und müssen schnell verbreitet werden. Effekt: 1,1 TWh Stromeinsparung/ Programmjahr, 1.500 zusätzliche Jobs

5. Wohnhäuser sanieren und neue Häuser noch energiesparender bauen: Der Einstieg in den Sanierungsfahrplan vor 2020 muss vor allem beim individuellen Hausbesitzer ansetzen. Hierzu ist eine Ausweitung der erfolgreichen Vor-Ort-Beratung durch unabhängige Akteure und eine Qualifizierungs-offensive für Handwerk und Energieberater notwendig. Auch die energetischen Anforderungen für den Neubau müssen wie geplant 2012 um 30 Prozent verschärft werden.

6. Finanzielle Anreize setzen: Für die nächsten Jahre müssen staatliche Anreize verstetigt werden, um für Anbieter und Käufer von Effizienzlösungen Investitionssicherheit zu gewährleisten. Insgesamt müssten 5 Mrd. EUR pro Jahr zur Verfügung gestellt werden: durch KfW-Programme und weitere, zielgruppengerechte Anreize wie Steuervergünstigungen (bspw. Effizienz-Sonderabschreibung).

7. Abwärme der Industrie senken und intelligent nutzen: Bei industriellen Prozessen entstehende Abwärme muss durch Prozessinnovationen oder technische Isolierung signifikant gesenkt werden. Die verbleibende Abwärme sollte intelligent genutzt werden, z. B. für die Einspeisung in Nahwärmenetze.

8. Energiedienstleistungen stärken, Ökosteuerausnahme für Effizienz-Contracting wieder einführen: Mit der Aussetzung von Ökosteuerausnahmen für Contracting-Lösungen wurde ein funktionierendes Geschäftsmodell für Energieeffizienz deutlich zurückgeworfen. Da hiermit insbesondere die Umsetzung geringinvestiver Maßnahmen beschleunigt wird, sollte dieser Anreiz, gekoppelt an Einsparverpflichtungen, umgehend wieder eingeführt werden. Um die Risikobarriere für den Contractingmarkt zu senken schlagen wir ergänzend die Bereitstellung von Ausfallbürgschaften vor. Effekt (Ausfallbürgschaften): 1,6 TWh Stromeinsparung/Programmjahr, 3,8 TWh Wärmeeinsparung/ Programmjahr, 4.300 zusätzliche Jobs

9. Der Staat muss beim Energiesparen Vorbild sein: Die öffentliche Hand muss den Bürgern ein Vorbild in Sachen Energieeffizienz sein, um Akzeptanz für dieses Thema zu schaffen. Außerdem trägt die Nachfrage der öffentlichen Hand zu einer schnellen, kostengünstigen Verbreitung innovativer Effizienztechnologien bei. Finanziell angeschlagene Kommunen werden durch kostenoptimale Effizienzmaßnahmen von stetig steigendenden Energiekosten entlastet. Effekt: 1,7 TWh Stromeinsparung/Programmjahr, 6,5 TWh Wärme-einsparung/Programmjahr, 6.900 zusätzliche Jobs

10. Forschung für Energieeffizienz stärken, nationales Forschungszentrum schaffen: Energieeffizienz braucht einen angemessenen Rahmen in der Wissenschaft, um die weitere Entwicklung von Effizienztechnologien voranzutreiben. Aber auch auf sozialwissenschaftliche und juristische Fragen zur Erschließung vorhandener Potenziale müssen hier Antworten gefunden werden.

1 Exkl. Effekte aus Punkt 7 (Abwärme)
2 Exkl. Effekte aus Punkt 5 (EnEV für Neubauten) und Effekte Punkt 7 (Abwärme)

Quelle: http://www.deneff.org

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