Wie kommen aktuelle Strompreise zustande?
Ein Thema, das so häufig wie kaum ein anderes diskutiert wird: Strompreise in Deutschland. Wie kommen diese zustande? Warum ändern sich die Preise überhaupt? Und warum muss sich ein Verbraucher überhaupt auf Preisänderungen gefasst machen?
Die Preisentwicklung an gewissen Großhandelsmärkten sind maßgeblich für die Preise der Stromlieferung, die letztendlich der Verbraucher zu tragen hat. Eine Strombörse, die bekannt sein dürfte, ist der EEX in Leipzig. Die Kosten, die hierbei festgelegt werden, machen etwa ein Viertel des Gesamten Strompreises aus. Andere Preisbestandteile werden vom Staat reguliert (wie beispielsweise die Netznutzung oder Steuerabgaben). Auch Kosten, die sich auf CO2-Emissionsrechte berufen, sind im Energiekostenanteil enthalten. Weitere 5% des Strompreises kommen für Abrechnung, Ablesung und Steuereinrichtungen hinzu.
„Merit-Order“ heißt das Prinzip nach welchem sich an der EEX die Großhandelspreise herausbilden: Das Kraftwerk, das am Teuersten an der Deckung des Bedarfs beteiligt ist, bestimmt die Preise an dem komplett gehandelten Strom. Automatisch bildet sich dabei eine bestimmte Einsatzreihenfolge aus: Die Kraftwerke mit den geringsten Grenzkosten laufen immer durch und schütten am meisten Gewinn aus. Die Rede ist hierbei natürlich von Kernkraftwerken, deren Nutzung sehr umstritten ist, doch da sie ununterbrochen in Betrieb sind, spielt deren Nutzung bei einem Mehrbedarf keine Rolle.
25% des kurzfristig gehandelten Stroms in Deutschland werden nach eben diesem Prinzip an der EEX umgeschlagen.
Es ist aber zu beachten, dass der dabei festgelegte Preis als Referenz für außerbörsliche Geschäfte gilt. Versorgungsunternehmen haben ein sicheres Vorgehen, um sich gegen Preissteigerungen abzusichern. Dadurch, dass industrielle Großkunden ihren voraussichtlichen Strombedarf im Voraus bestellen, wirken sich die Entwicklungen der Großhandelstarife erst verzögert auf den Verbraucher aus, der von den Preisentwicklungen dann aber lediglich „überrumpelt“ wird.


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