CO2-Speicherung

Wie sie möglichst viel CO2 beim Bauen einsparen

Die Politik und führende Institute (Öko-Institut, Fraunhofer Institut) sind sich einig: Die Bekämpfung des globalen Klimawandels ist eine der zentralen Herausforderungen dieses Jahrhunderts. Sie erfordert eine massive Minderung der Emissionen von Treibhausgasen (THG) und damit grundlegende Veränderungen des Energiesystems, aber auch eine erhebliche Umgestaltung nahezu aller anderen Wirtschaftsbereiche.

Bäume und Wälder sind eine wirksame Waffe gegen den Kiimawandel. Sie ziehen das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2) aus der Luft und lagern den Kohlenstoff (C) im Holz und im Waldboden ein. Kein anderer Rohstoff und Baustoff kann das. Holz kann es. Der herkömmliche Hausbau kann da nicht mehr mithalten.

Die Waldbesitzer in Deutschland klagen über den Klimawandel. Dürre-Sommer und heftige Stürme in 2018 verursachten Waldschäden von 30.000 Millionen Kubikmeter Holz. Allerdings und das ist die gute Nachricht, würden die Schäden derzeit noch durch einen Waldzuwachs von mehr als 100 Millionen Kubikmeter im Jahr kompensiert: "Der Wald bleibt noch immer eine Kohlenstoffsenke", so Institutsleiter Bolte vom Thünen-Institut. Es werde weniger Holz zur Nutzung durch die Industrie aus den Wäldern geholt als nachwachse.

Die Politik setzt auf den CO2-neutralen Baustoff Holz

Bundeslandwirtschaftministerin Julia Klöckner setzt aus Gründen des Klimaschutzes verstärkt auf den Bau von Holzhäusern. „Eine stärkere Nutzung von Holz bindet langfristig CO2, zum Beispiel beim Hausbau. Treibhausgasemissionen können so bis zu 56 Prozent gegenüber herkömmlichen Hausbauten eingespart werden“, sagte die CDU-Politikerin in einem Interview mit der „Rheinischen Post“.

"Wir brauchen eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Holzbau", fordert dazu Peter Aichner, Vorsitzender Holzbau Deutschland. Durch die Landesbauordnungen werde der Holzbau aktuell noch benachteiligt.

Auch die Landesregierung von Baden-Württemberg präferiert den Baustoff Holz beim Neubau aus Klimschutzgründen. Ministerpräsident Kretschmann von den Grünen und Peter Hauk (CDU), Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg haben zur Steigerung des Holzbauanteils die Holzbau-Offensive ausgerufen.

Die Wälder entlasten die Atmosphäre von CO2 erheblich

Als Bundesforschungsinstitut macht das Thünen-Institut regelmäßig die sogenannte Waldinventur und erfasst mit der Kohlenstoffinventur die Treibhausgasbilanz der deutschen Wälder. Sie entlasten die Atmosphäre jährlich um rund 62 Millionen Tonnen Kohlendioxid, wie aus dem jüngst veröffentlichten Bericht mit Zahlen von 2017 hervorgeht. Rund 1.200 Millionen Tonnen Kohlenstoff sind hierzulande in lebenden Bäumen gebunden.

Sigurd Maier, Inhaber des Ratgeber Portales Holzbauwelt.de: „Wenn wir 150.000 Häuser mit Holz bauen würden, wären jährlich rund 3 Millionen Tonnen CO2 gespeichert. Bei der Vermeidung von Gebäude-Emissionen und zur Erreichung der Klimaziele kommen wir am Baustoff Holz nicht mehr vorbei.“

Mit dem Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 wurden zusätzliche Maßnahmen von der Bundesregierung beschlossen, um das 2020-Ziel zu erreichen. Darüber hinaus soll ein Klimaschutzplan 2050 erarbeitet werden, der die weiteren Reduktionsschritte im Lichte der europäischen Ziele und der Ergebnisse der Pariser Klimaschutzkonferenz 2015 bis zum Ziel im Jahr 2050 beschreibt und in einem breiten Dialogprozess mit Maßnahmen unterlegt.

Weiterführende Informationen:

www.holzbauwelt.de

www.konstruktiver-holzbau.de

www.holz-haus-bauen.de

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