EKOenergie

EKOenergie ist also ein neues Ökostromlabel! Kannst du uns diese Idee etwas näher bringen?

Die Idee eines Ökolabels entstammt einiger unterschiedlicher Umweltorganisationen aus ganz Europa, die beschlossen, all ihre Ideen zu kombinieren, um gemeinsam wirkungsvoller zu sein. Aus ihrer Kooperation ergab sich dann Ende 2012 das EKOenergie-Netzwerk, das heute 37 Mitglieder aus 27 unterschiedlichen Ländern hat. Wir sind auch mit vielen deutschen Umweltorganisationen in Kontakt und sind uns sicher, dass diese in Zukunft Mitglieder bei EKOenergie sein werden. Das Ziel des Netzwerks ist vor allem die Förderung der erneuerbaren Energien. Auf der Suche nach einem sichtbaren Mittel, um Verbrauchern bei der richtigen Wahl ihres Stroms zu helfen, entwickelte EKOenergie das Ökolabel. Die internationale Zusammenarbeit erleichtert es den Organisationen, ihre Erfahrungen auszutauschen und von einander zu lernen.

Das EKOenergie-Sekretariat befindet sich in Helsinki. Was treibt eine junge Deutsche nach Finnland?

Hier in Helsinki bin ich durch einen Europäischen Freiwilligendienst gelandet. Das ist eine Initiative der EU, um internationale Freiwilligenarbeiten zu fördern. Meine Wahl für das Projekt fiel auf EKOenergie, weil mir die Idee gefiel, etwas für die Umwelt zu tun und gleichzeitig sehr viel zu lernen. So setzte ich mich hier mit entscheidenden Themen für unsere Zukunft, wie dem Klimawandel und erneuerbaren Energien, auseinander. Außerdem habe ich die Möglichkeit, eine andere Lebensweise kennenzulernen und in unserem multikulturellen Büro viele interessante Erfahrungen zu sammeln.

Was sind also deine ersten Eindrücke bei der Arbeit mit EKOenergie?

Meine ersten Eindrücke sind eigentlich nur positiv. Obwohl EKOenergie noch eine junge Organisation ist, machen wir viele Fortschritte und sehen eine steigende Nachfrage und positive Reaktionen auf unser Konzept. Besonders in Frankreich und Italien sind wir sehr weit vorangekommen und beginnen dort Strom zu verkaufen, der von EKOenergie zertifiziert wird. Auch in Spanien sind wir auf diesem Weg. Das ist für mich ein umso größerer Ansporn, auch in Deutschland einen solchen Schritt voran zu machen. Zurzeit arbeiten wir an der Auswahl neuer Klimaprojekte für unseren Klimafonds. Wir werden 50.000 Euro aus den Verkäufen von EKOenergie im letzten Jahr an Projekte in Tansania, Kamerun und Indonesien spenden.

Sie fungieren also als Ökolabel für den europäischen Strommarkt?

Das Ökolabel ist zwar unser sichtbarstes Instrument, aber wir sind nicht nur ein Label, sondern engagieren uns auch in vielen anderen Bewegungen und Projekten. Letzte Woche haben wir zum Beispiel mit dem ganzen Team an einer Veranstaltung der Kampagne 350.org zum Global Divestment Day in der Innenstadt von Helsinki teilgenommen. Außerdem ist EKOenergie ein Teil der 100% Renewable Kampagne, die vom World Future Council ins Leben gerufen wurde. Die Idee der Kampagne ist, weltweit Befürworter der erneuerbaren Energien zu verbinden und eine globale Gemeinschaft für 100% erneuerbare Energien zu schaffen.

In Deutschland haben wir bereits Ökolabel. Warum brauchen wir dann noch EKOenergie?

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern ist der Sektor der erneuerbaren Energien in Deutschland gut entwickelt und auch Verbraucher sind über die erneuerbaren Energien informiert. Deshalb konzentrieren wir uns besonders auf Länder, in denen eine solche Entwicklung noch nicht stattgefunden hat. Trotzdem möchten wir auch in Deutschland weiter voran kommen, da wir auch hier viele positive Antworten bekommen und das Gefühl haben, dass eine Nachfrage nach einem europaweiten Ökolabel besteht. Die Tatsache, dass EKOenergie sowohl vom LEED Standard für ökologisches Bauen, als auch vom Greenhouse Gas Protocol, dem weltweit anerkannten Standard für die Kohlenstoffbilanzierung empfohlen wird, löst auch bei deutschen Konsumenten großes Interesse aus. Wir sehen dies als eine Möglichkeit und sind bereit diese zu ergreifen. Das europäische Level ermöglicht es Organisationen, ihr Wissen auch international zu verbreiten und andere Erfahrungen zu importieren. Wir sind also immer froh Organisationen, Firmen oder Stromanbieter zu finden, die mit uns zusammenarbeiten möchten.

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