Interview mit Michael Ziegler

Welche Rolle spielt Solarkraft beim Atomausstieg bis 2022?Foto von Michael Ziegler

Leider eine eher untergeordnete Rolle, wenn es nach unserer derzeitigen Bundesregierung geht. Nach deren Willen besteht die Energiewende wohl hauptsächlich aus dem Ausbau von Windenergie, Gas- und Kohlekraftwerke. Dennoch sollte die Solarenergie einen hohen Stellenwert einnehmen, denn die erzeugte Energie ist kostenlos verfügbar und zudem sauber.

Holger Krawinkel, Energieexperte der Verbraucherzentrale Bundesverband, warnt vor teurem Solarstrom. Sollte die Politik tatsächlich stärker auf Windkraft als auf Photovoltaik setzen?

Nein. Wichtig ist der richtige Energiemix. Sich nur auf eine Technik zu verlassen wäre der falsche Weg. Die Mär vom teuren Solarstrom kann ich persönlich nicht mehr hören. Bedenkt man wie viele Milliarden an Subventionen bereits in die Atomkraft geflossen sind und auch diese Kosten den Verbraucher enorm belasten, ist es doch nur mehr als sinnvoll, in erneuerbare Energien zu investieren. Ich habe noch nie von einem Photovoltaik- oder Windgau gehört. Selbstverständlich ist es auch wichtig, den Verbraucher vor zu hohen Kosten zu schützen. Photovoltaik hat daher die gleiche Daseinsberechtigung wie Windenergie. Zudem ist die Windenergie oftmals den großen Investoren vorbehalten und nicht überall einsetzbar. Eine Photovoltaikanlage hingegen kann fast jeder Hausbesitzer installieren. Der richtige Weg muss sein, unabhängig von den großen Energieversorgern zu werden.

In China wird derzeit ca.40% günstiger als in Deutschland produziert. Deutsche Hersteller befinden sich in der Krise, welcher Weg könnte herausführen?

Die Anpassung der Preise wäre wohl der denkbar schlechteste Weg. Selbstverständlich müssen auch deutsche Hersteller die Preise senken. Der einzige Weg daraus ist Alleinstellungsmerkmale (USPs) heraus zu arbeiten und sich durch Produktdifferenzierungen vom Wettbewerb abzuheben, um nicht weitere Marktanteile an Hersteller aus Fernost zu verlieren. Die Differenzierung muss für den Kunden einen relevanten sowie erkennbaren Vorteil mit sich bringen und somit eine Markenpräferenz schaffen. Dazu gehört auch das Branding, das noch immer zu sehr vernachlässigt wird. Um den komparativen Konkurrenzvorteil zu verankern, benötigen Unternehmen eine langfristige und strategische Markenführung. Qualität „Made in Germany“ ist ein weiteres wichtiges Merkmal.

Die Solarstrom-Einspeisevergütung sinkt zum Jahreswechsel planmäßig um neun Prozent, wie wirkt sich dies z.B. auf das Verbraucherverhalten aus?

Das ist jedes Jahr dasselbe Spiel. Der Verbraucher wartet ab, ob die Preise für Solarstromanlagen weiter fallen und fallende Preise bedeuten bei den Händler und Herstellern eine schleichende Entwertung der Lager. Wichtig ist die richtige Balance zwischen der Höhe des Anlagenpreises und des Inbetriebnahmezeitpunktes. Denn im besten Fall kann ein Anlagenbetreiber bis zu 21 Jahren von der Einspeisevergütung profitieren.

Michael Ziegler is Redaktionsleiter der Webseite:

www.photovoltaik-guide.de

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