Interview mit Katinka Königstein

Seit September 2009 setzt LichtBlick in Kooperation mit Volkswagen (VW) auf kleine Blockheizkraftwerke sog. Mini-BHKW für den Keller. Wie sieht Ihre Zwischenbilanz aus, liegen Sie vor oder hinter Ihren gemeinsamen Erwartungen?


LichtBlick und Volkswagen sind mit dem Projektfortschritt zufrieden. Der Markteinstieg schreitet planmäßig voran und die ZuhauseKraftwerke erfüllen höchste technologische Ansprüche. In den nächsten Jahren sollen Schritt für Schritt die Volumen gesteigert werden. LichtBlick hat bislang 450 ZuhauseKraftwerke in Hamburg, Berlin, Bremen , Niedersachsen und NRW installiert. Derzeit kommen rund 10 Anlagen die Woche hinzu. Langfristiges Ziel ist es, in Deutschland 100.000 ZuhauseKraftwerke zu installieren. Produktion und Vertrieb werden in den nächsten Jahren schrittweise ausgebaut.

Funktioniert die Fernsteuerung der Anlagen in einem Keller wirklich problemlos und geht das Konzept des „SchwarmStroms“ somit auf, hat es sich im Alltag bewährt?


Derzeit befindet sich das gemeinsame Projekt von Volkswagen und LichtBlick noch in der ersten Phase der Markteinführung in Deutschland. Aber schon heute zeigt sich, dass das Konzept aufgeht; denn mit der Zunahme von schwankenden erneuerbaren Energien wird der Widerspruch zwischen erneuerbaren Energien und Grundlastkraftwerken immer deutlicher. Die hohe Flexibilität der ZuhauseKraftwerke ergänzt Wind und Solarkraftwerke optimal. Derzeit verkaufen wir den Strom noch an der Börse. Langfristig wird es von Interesse sein den Strom aus ZuhauseKraftwerken direkt regional einzuspeisen und so Netzausbaukosten einzusparen und für mehr Sicherheit im Netz zu sorgen.

EcoBlue 2.0 könnte auch ein neues energieeffizientes Fahrzeugmodell des VW Konzerns sein, was steckt tatsächlich dahinter?


Das Blockheizkraftwerk, das Volkswagen für uns im Werk Salzgitter produziert, ist hocheffizient und leistungsstark. Die eingesetzte Energie wird zu über 90 Prozent in Wärme und Strom umgesetzt. Die elektrische Leistung des ZuhauseKraftwerks beträgt rund 19 Kilowatt, die Wärmeleistung rund 32 Kilowatt. Aufgrund der hohen Leistung kann das ZuhauseKraftwerk in kurzer Zeit große Mengen Strom und Wärme produzieren; so  liegen die Betriebsstunden mit 15000 - 3000 Stunden pro Jahr weit niedriger als bei anderen Blockheizkraftwerken.

„Die Bundesregierung erweist sich als Hemmschuh der ökologischen Energiewende. Ineffiziente und riskante Atomkraftwerke sollen länger laufen und den Großkonzernen Milliardengeschenke bescheren. Gleichzeitig wird das kleine, aber erfolgreiche Förderprogramm für hocheffizienzte Keller-Kraftwerke eingestellt. Der Mittelstand, der diese Technik entwickelt und vertreibt, wird empfindlich geschwächt“, erklärt der Vorstandsvorsitzende von LichtBlick, Dr. Christian Friege, noch 2010. Ist LichtBlick mit dem agieren der Bundesregierung nach Fukushima zufrieden oder wo gibt es aus Ihrer Sicht weiteres Verbesserungspotential?


Mit ihrem neuen Energiekonzept vom Sommer 2011 will die Bundesregierung bis 2022 aus der Atomkraft aussteigen und den Anteil der erneuerbaren Energien von heute 20,8 Prozent auf mindestens 35 Prozent steigern. Genau hier setzt das SchwarmStrom-Modell von LichtBlick an. Der Bedarf an flexibler Ergänzungsenergie zu volatilem Wind- und Sonnenstrom wächst. Die Bundesregierung erkennt dabei auch die wichtige Rolle hocheffizienter und flexibler Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerke wie dem ZuhauseKraftwerk an. Zudem können Konzepte wie SchwarmStrom gezielt Lastspitzen in den Stromnetzen abdecken und damit auch die Kosten für den durch die Energiewende erforderlichen Netzausbau senken. Derzeit klärt die Bundesregierung in welcher Form und in welchem Umfang sie in Zukunft die Einführung flexibler Kraftwerke wie das ZuhauseKraftwerk fördern wird. 

Ohne weitere Innovationen scheint das allgemeine Interesse an Ökostrom und der Energiewende wieder etwas abzuflauen.  Ihre Haltung zum „smart metering“ hat sich Rückblickend wohlmöglich bewährt, spricht doch derzeit niemand wirklich euphorisch von diesem „Energieeffizienz-Tool“. Automobilhersteller  +  Energieversorger = Elektroauto oder wie sieht die Zukunft der Energie(wende)  Made in Hamburg aus?


Das Thema E-Mobilität wird für die Energiewende eine große Rolle spielen. Insbesondere die Frage in welcher Form E-Autos in Zukunft an der Speicherung von Strom beteiligt sein werden, ist interessant. Zum Thema „Zukunft der Energiewende“ Made in Hamburg: unser langfristiges Ziel ist es 100.000 ZuhauseKraftwerke in Deutschland zu installieren, und so die Leistung von zwei Atomkraftwerken zu erreichen.

Wird unterstützt von: